30 JunVerkehrsinseln

Seit kurz vor Ostern kann unsere Tochter endlich mit dem Fahrrad fahren. Nachdem wir anderthalb Jahre immer wieder geübt hatten, ging es plötzlich sehr schnell. Quasi über Nacht konnte sie es. Rein motorisch beherrscht sie das Fahrrad super. Die nächste Herausforderung ist nun, ihr die Verkehrsregeln beizubringen. Das geht mit „rechts vs links“ los und mit „rechts vor links“ weiter. Tausende Kleinigkeiten, auf die man achten muss im Straßenverkehr. Mir fällt immer wieder auf, wie sehr ich Dinge verinnerlicht habe, über die ich gar nicht mehr nachdenke. Oder Regeln, die ich immer wieder mehr oder weniger bewußt verletze: So biege ich an Ampeln mit dem Fahrrad trotzdem gerne bei rot nach rechts ab, obwohl man das ja nicht tun darf. Wege dauern nun viel länger, aber irgendwann muss sie es lernen und Lina macht ihre Sache wirklich toll. Sie achtet sehr darauf, was andere Fahrzeuge machen und darauf, was ich sage. Klappt prima.

Nur an einer Stelle könnte ich verzweifeln: Wenn wir insbesondere an einer Verkehrsinsel die Straße überqueren wollen. Wenn da die blonde Mutti mit dem hübschen Kind an der Straße steht, halten die Autofahrer nur zu gern an, um uns über die Straße zu lassen. Was natürlich sehr nett und zuvorkommend ist. Aber pädagogisch alles andere als wertvoll. Denn wie soll das Kind nun lernen, dass Autos eben NICHT anhalten. Und das Autos stärker sind! Wir stehen dann immer an der Straß eund ich winke die Autos durch, bis sich eine natürliche Lücke ergibt. Wenn die Autos einfach zügig fahren würden, dann geht das meistens recht flott.

Deshalb mein Appell an alle Autofahrer: Wenn ihr ein Kind am Straßenrand stehen seht, dann fahrt bitte _aufmerksam_ am Kind vorbei. Habt das Kind im Blick, aber haltet nicht ohne Not an.

Oder seid ihr da anderer Meinung?

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