05 AugPferdemädchen

Weil die Geschichten von Erfahrungen als Pferdemädchen derzeit durch meinen Teil des Internets schwappen, sehe ich mich gezwungen, auch meine Erlebnisse hierzu zu erzählen. Denn schließlich bin ich bei Warendorf aufgewachsen.

Wenn ich irgendwo auf dieser Welt erzähle, wo ich aufgewachsen bin und uns im Münsterland ein wenig genauer zu lokalisieren, sagt (fast) jeder über Warendorf: „Ah! Pferde!“ Die andere Hälfte assoziiert mit Warendorf die Bundeswehrsportschule.

Bei uns gibt es tatsächlich an gefühlt jeder zweiten Ecke einen Reiterhof. Überall stehen Pferde in der Gegend herum. Viele Familien haben sogar ein eigenes Pferd. Das ist in dieser Gegend nichts wirklich besonderes. Auch das Gestüt in Warendorf gehört einfach dazu. Genaus so wie die Hengstparade im Herbst. Irgendwie war jeder mal da und wir haben uns dann halt einfach die Generalprobe angschaut. Damals war die Hengstparade übrigens noch nicht moderiert – heute ist sie mehr Show, denn (Leistungs-)Schau.

Als kleines Mädchen war ich auf der Kirmes immer in der Nähe der Ponies zu finden, die ihr daheim darin fristeten, im Kreis zu laufen. Damals fand ich das natürlich superdupertoll, heute weiss ich, was für eine Tierquälerei das ist.

In der Pubertät hatte ich so rein gar kein Interesse an Pferden und konnte diese gesteigerte Mädchenbegeisterung an Pferden nie wirklich nachvollziehen. Pferde sind groß, wenn man da runterfällt, tut man sich weh und sie bedeuten jede Menge Arbeit. Danke, nein. Meine Tierliebe war schon immer eher Katzen zugetan, denn anderen Tieren.

Meine Schwester hingegen ist sogar jahrelang zum Voltigieren gegangen. Das ist eine für mich noch abstrusere Vorstellung: Auf einem Pferderücken auch noch rumturnen!
Und die Töchter unserer Nachbarn hatten damals Pferde. Diese wurden Florina und Nado genannt. Und zu einem Geburtstag habe ich eine Runde auf dem Pferd geschenkt bekommen. Das war schon toll, auch wenn ich in meiner Erinnerung sehr große Probleme hatte, den Pferderück zu erreichen.

pferd

Und ja, ich hatte damals wirklich sehr kurze Haare. Das da auf dem Pferd bin tatsächlich ich.

Weitere Pferdemädchengeschichten bei Inés, Alexandra, Anne, Charlotte und Christian.

02 AugFreitagsfüller 86

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1.  Endlich Wochenende.

2.  Durch die Lektüre mehrerer Zeitungen erhalte ich hoffentlich die wichtigsten Fakten.

3.  Die nächste Reise geht zu den Schwiegereltern.

4.  Linas Stillkissen ist jeden Cent wert.

5.  Sieht aus als ob das schöne Wetter noch ein paar Tage anhält.

6.  Ben&Jerry’s, oh ja!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen sonnigen Abend, morgen habe ich das übliche Familienfrühstück geplant und Sonntag möchte ich mal gucken, was so passiert!

31 JulAusgetrickst

Als Mutter eines nun 94 Wochen alten Kleinkindes ist man den ganzen Tag damit beschäftigt zu tricksen. Ich versuche ständig, mein Kind zu überlisten, um uns beiden das Leben so einfach wie möglich zu machen. Aber ganz verbieten kann man ihr ja vieles auch nicht. Schließlich muss sie es ja irgendwie lernen.

Angefangen mit den Schuhen: Lina liebt es, sich die Schuhe auszuziehen. Das macht sie dann auch gefühlte 700 mal am Tag: Setzt sich auf den Boden, schaut einen mit schief gelegtem Kopf lieb an und lispelt „auszieeeeeen“. Und entledigt sich ihrer Schuhe und rennt davon. So oft und schnell kann man ihr die Schuhe gar nicht wieder anziehen, wie sie sie sich auszieht. Und gerade, wenn wir draussen spielen, ist es mir zu riskant, dass das Kind barfuss läuft. Also wird getrickst und dem Kind werden die Wasserschuhe angezogen, die sie sich nicht allein ausziehen kann. Die sind zwar hässlich wie die Nacht, aber sicher ist sicher.

Oder die Sache mit den Brötchen: Ich esse zu Mittag gerne Brötchen und kaufe gleich eines mehr, das Lina dann Nachmittags wegknabbern kann. Lina liebt es, das Brot selber aus der Tüte zu holen. Wenn sie also mal wieder zickt, weil sie nicht das bekommt, was sie möchte, so muss ich es eigentlich nur in eine leere Brötchentüte stecken und Lina schnappt es sich mit Begeisterung und schnabuliert es weg. Wenn sie etwas trotz Tütentrick nicht isst, hat sich auch tatsächlich keinen Hunger.
Des weiteren kann man ihr nichts wieder wegnehmen, was man ihr mal gegeben hat. Wenn sie das oben genannte Brötchen also in mehreren Teilen essen soll (weil die Gefahr zu groß ist, dass sie es fallen lässt), dann muss man das Brötchen VOR der Aushändigung zerteilen.

Als da zum Beispiel auch die Türklinken wären. Lina kann seit ein paar Wochen selber Türen öffnen. Für sie natürlich ein großes Stück Freiheit. Für uns sehr anstrengend, weil sie uns sonst gerne stiften geht. Und ins Badezimmer darf sie zum Beispiel nicht allein, weil sie sich gern die Zähne mit der Klobürste putzt und anderen Dummsinn anstellt. Deshalb habe ich die neuralgischen Klinken mal senkrecht gestellt. Das hält sie erfolgreich zurück.

Und dann noch der Fahrrad- bzw Autositz. Ich hatte neulich ja schon darüber geschrieben, dass Lina gerne die Gurte über die Schultern streift. Im Auto habe ich jetzt einfach Karabinerhaken in Brusthöhe angebracht, die dann die Gurte verhaken. Bei allem, was man da macht, muss man ja auch im Auge behalten, dass es nicht zu mühselig sein sollte, weil ich Lina ja unter Umständen mehrmals am Tag anschnallen und abschnallen muss. Und zweitens muss es im Notfall ja eventuell sehr sehr schnell gehen das Kind abzuschnallen.
Auch auf dem Fahrrad hab ich einen Trick gefunden: Wenn ich die Gurte miteinander verzwierbele vorm Einstecken in die Schließe, dann kann Lina sie sich auch nicht abstreifen.

Also tricksen wir uns durch Leben auf dem schmalen Grad zwischen Erfahrungen, die das Kind machen sollte und denen, die sie auf keinen Fall machen darf.

P.S.: Für die Statistiker: Lina hat die 90cm Marke überschritten. #BigGirl

26 JulFreitagsfüller 85

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1. Ich möchte, dass dieser Sommer niemals endet.

2. Die Geburtstagshäufung am 24.07. ist mir schon fast unheimlich.

3. Unterwegs mit Fahrrad und Anhänger und Kind darin.

4. Einigen ist die Hitze zur Zeit zuviel.

5. Können wir jetzt aufhören über die Hitze zu stöhnen und stattdessen geniessen?

6. Nudeln in allen Formen sind ein schnelles und leckeres Abendessen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Indisches vom Vayra, morgen habe ich Planschen mit Kind geplant und Sonntag möchte ich den Sommer weiter geniessen!

19 JulFreitagsfüller 84

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1.  Heute wird ein sehr warmer und schöner Sommertag.

2.  Neulich habe ich Marmelade aus Erdbeeren mit Ingwer gekocht.

3. Ich hatte gute Vorsätze, die ich natürlich auch wieder nicht eingehalten habe.

4.  Mit einem Blick aufs Meer sieht man den schönsten Sonnenuntergang.

5.  Zum Frühstück  tafeln wir am Samstag immer reichlich.

6.  Meine Bandscheiben haben mich diese Woche geärgert.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen schönen entspannten Abend, morgen habe ich Familienfrühstück (siehe 5.) geplant und Sonntag möchte ich schauen, was am 20.07. hier so alles los sein könnte!

12 JulFreitagsfüller 83

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1. Jetzt gibt es Schokoküsse auch mit Erdbeergeschmack.

2. Rohe Eier aus der Schale geschlürft könnte ich nicht einmal probieren.

3. Ein Hauch von Mittelmeer weht bei dem warmen Sommerwetter durch die Luft.

4. Ich poste keine Bilder auf Facebook.

5. Mir persönlich schmeckt Kaffee mit vieeeel Milch am allerbesten.

6. Ich hoffe, mein neues Auto bleibt zuverlässig.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf weniger Kühlschränke , morgen habe ich Familie geplant und Sonntag möchte ich etwas Schönes machen!

10 JulDas Ende einer Ära

Leider endete vor einigen Tagen eine Ära in meinem Leben. Ich muss meinen heiss und innig geliebten, aber inzwischen sehr abgeschnubbelten SEAT Toledo abmelden. In erster Linie, weil der Wagen nur eine rote Umweltplakete hat (immerhin). In zweiter Linie ist der Wagen aber leider auch einfach aufgebraucht. Viele Kleinigkeiten funktionieren einfach nicht mehr so, wie sie sollten. So gehen die Seitenfenster vorne nicht mehr auf. Die Tachobeleuchtung ist ausgefallen. Die Zentralverriegelung funktioniert nur noch im Schloss an der Beifahrerseite. Diverse Zierleisten haben sich gelöst. Der Auspuff klappert. Die Klimaanlage ist nicht mehr gefüllt.

Der Seat ist von 1998 und er ist seit dem Jahr 2004 in meinem Besitz. Zufälligerweise bekam ich ihn exakt an meinem 32. Geburtstag. Damals habe ich noch in Saarbrücken gearbeitet. Also hat das Auto mich wirklich sehr sehr lang begleitet. Und eigentlich gab es nur eine größere Panne: Mir ist exakt ein Jahr danach (auch wieder auf meinem Geburtstag) auf dem Weg nach Mönchengladbach mitten in einer Baustelle der Gasbowdenzug aus der Verankerung im Gaspedal geflutscht. Sehr unschöne Situation. Aber ADAC konnte mir dort weiterhelfen.

Bis ich den Toledo bekam, habe ich einen dunkelblauen Passat gefahren. Dieser ist an einem kalten Dezembermorgen mal vom nachfolgenden Verkehr kalt verformt worden: Als ich an einem Zebrastreifen ein paar Kinder passieren liess, hat mich jemand übersehen und ist in mich reingerauscht. Zum Glück ist nichts weiter passiert und der auffahrende Audi hat mehr Schaden davon getragen, als mein Passat. Aber aufgrund des Alters war dieser dann ein wirtschaftlicher Totalschaden. Der Wagen ist übrigens nach Polen verkauft worden…
Irgendwann hatte ich meinen Vater gebeten, doch ein Auto für mich zu kaufen – von meinem Geld! Und dabei ist halt der SEAT rausgekommen. Der Toledo war noch nie ein Augenschmaus oder Ausbund an Ästhetik. Aber der Wagen ist preiswert, verbraucht wenig Diesel, hat einen guten Durchzug und eine enorme Zuladung. All die Jahre bin ich ihn gern gefahren.
Im Lauf der Zeit sind einige Dinge kaputt gegangen. Aber das war immer nur der normale Verschleiss (Bremsen, Bremsscheiben, Achsmanschetten…) und nie wirklich größere Schäden wie zum Beispiel Getriebe oder Motor. Und dann war da ja noch die Geschichte, wie ich auf dem Weg nach Berlin meinen Auspuff verloren habe…

Also eigentlich ein grundsolides Auto. Bisher auch nicht sonderlich rostanfällig, aber an einigen Stellen (Türkanten…) fängt er ein wenig an zu blühen.

Alles in allem wurde es also eh Zeit für ein neues Auto. Aber trotzdem ist es ärgerlich, dass ich den Wagen jetzt ziemlich schnell wegen der blöden Umweltplakette abstossen muss. Was natürlich beim Verkauf auch hinderlich sein wird. Irgendwie ist das kalte Enteignung. (An dieser Stelle kann man sich einen Haufen wüster Beschimpfungen an unsere Regierung denken)

Und dann war da noch die Geschichte mit dem Kennzeichen. Denn ich habe irgendwann mal das vordere Kennzeichen verloren. Ich weiß nicht, ob es mir gestohlen wurde, oder ob ich es einfach verloren habe, weil ich irgendwo gegen gefahren bin. Zu jenem Zeitpunkt war bitterer Frost und Schnee und wahrscheinlich bin ich vorne in eine Schneewehe gefahren. Auf jeden Fall war es ein ziemliches Theater: das Kennzeichen ist nun für 10 Jahre gesperrt und ich habe ein komplett neues bekommen. Natürlich muss man das selber zahlen. Und dann ist es noch auf dem Postweg fast verloren gegangen.

Und nicht zuletzt erinnert der Wagen mich an meinen Papa. Die Winterreifen waren sein letztes Geschenk an mich – zu Weihnachten. Seine Art mir seine Zuneigung zu zeigen war, sich um mein Auto zu kümmern. Also Ölwechsel und weitere Reparaturen. Größere waren ja nicht notwendig. Deshalb geht mit diesem Auto ein sehr langer und wichtiger Abschnitt in meinem Leben zuende.

Aber jedem Ende wohnt auch ein neuer Anfang inne. So habe ich nun einen feinen karibikblauen Focus – er hat ungefähr die Farbe eines Autobahnhinweisschildes. Lina hat ihn schon erobert, indem sie wild darin herumkletterte und alle Knöpfchen gedrückt hat. Und drolligerweise ist mein neues Auto sogar gute drei Monate älter als mein Altes. Den Wagen habe ich glücklicherweise von einem Bekannten übernommen, der diesen sehr sehr gut gepflegt hat. Und ich habe nun wirklich ein MG-Kennzeichen.

Der Toledo steht inzwischen in Kempen an einer viel befahrenen Straße und vielleicht will ihn ja jemand haben. Meine letzte Fahrt damit habe ich inständig genossen. Abschied nehmen ist nach fast zehn Jahren wichtig. Deshalb auch dieser ausführliche Eintrag.

05 JulFreitagsfüller 82

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1. Im Finale von Wimbledon ist immer um die Zeit von Papas Geburtstag.

2. Hoffentlich, irgendwann, wird alles besser.

3. Manche Beziehungen sind auf die Dauer nicht gute für mich, aber ich kann es doch nicht sein lassen .

4. Was hätte sein können und was geworden ist oder „Hätte hätte Fahrradkette“ könnte der Titel meiner Memoiren sein.

5. Ich freue mich auf schöne, sonnige Sommertage mit der Kleinen.

6. Einiges, was uns zur Zeit passiert, ist einfach nicht fair.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen schönen Abend, morgen habe ich Grillen am Rhein mit vielen tollen Leuten geplant und Sonntag möchte ich mit dem alten Auto nach Kempen!

01 JulSo ein Käse

Das Größte für Lina ist es zur Zeit, an den Kühlschrank zu gehen, ihn zu öffnen in das Fach in der Tür zu greifen und sich ein Babybell herauszuholen. Dieser wird dann akribisch aus dem roten Glitzerpapier gewickelt um dann mit großem Geschick das Wachs abzuzuziehen. Der Käse wird dann mit Genuss verzehrt. Aber ich glaube, die Auspackorgie macht ihr viel mehr Spaß, als das eigentliche Aufessen.

Und dann ist da noch die Sache mit den Ohren. Lina hat einen Ohrenfetisch. Zum Einschlafen, oder wenn sie traurig ist, knetet sie immer ihre Ohrmuscheln. Wenn sie weint und ich sie deshalb auf den Arm nehme, greift sie auch zielsicher zu einer meiner Ohrmuscheln und knetet diese mit Hingabe – und sie zieht dabei nicht an meine Ohrringen oder so. Das scheint ihre persönliche kleine Übersprunghandlung zum Trösten zu sein. Statt Fingernägelkauen oder Daumenlutschen.

Lina braucht ihren Schnuller nur noch bzw nach wie vor zum Schlafen. Aber wenn Tag ist, dann gibt sie den Schnuller sehr selbstverständlich ab. Er wird dann an die Wickelkommode gehängt. Manchmal ist Lina aber auch ein Schnullerjunkie: Wenn sie aufwacht und auf meinem Schoß sitzt, dann steckt sie sich manchmal den Schnuller mit einer Gier in den Mund, wie ein Kettenraucher seine erste Zigarette nach einem Langstreckenflug….

28 JunFreitagsfüller 81

Habe den neuen Freitagsfüller eingesammelt und ausgefüllt. Den habe ich hier aufgelesen.

1. Bei Milka fällt mir immernoch die Lila Pause ein! Holladio!

2. Linas Weinen ist immer wieder spektakulär.

3. Ich verstehe nicht wieso einige Menschen anderen so böse gesonnen sind.

4. Meine Kleidung ist hoffenltich meistens zeitlos.

5. Das Gefühl von innerem Frieden, wenn man Lina beim Schlafen zusieht.

6. Starker Kaffee mit vieeeel Milch ist wie für mich gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen leckeren Kaffee in Eicken, morgen habe ich Vorfreude geplant und Sonntag möchte ich spätestens ins Karibikblaue steigen